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Stand: 10.06.2016

Pressemitteilung

Begeisterter Netzwerker in der sozialen Arbeit

Leiter Ernst Ohmer in St. Ulrich

Sein 40-jähriges Dienstjubiläum kann Ernst Ohmer, Leiter des Caritas-Altenzentrums St. Ulrich in Neustadt, feiern. "Leben und Arbeiten mit Menschen am Rand", das hat den 59-Jährigen schon immer interessiert. Kaufmännische Aufgaben haben ihn gar nicht so sehr gereizt, trotzdem hat er eine Ausbildung zum Bürokaufmann beim Caritasverband Speyer  begonnen. Das ist jetzt, am 1. November 2015, genau 40 Jahre her. Seit Oktober 1982 leitet Ernst Ohmer das Caritas-Altenzentrum St. Ulrich in Neustadt.

Wenn Ernst Ohmer anfängt zu erzählen, spürt man die Verbundenheit zu seinem Haus.  Begonnen hat seine Laufbahn beim Caritasverband mit der Ausbildung zum Bürokaufmann im Heim mit Sonderschule in Herxheim, dem heutigen Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus, "weil mein Elternhaus direkt gegenüber stand." Nach der Ausbildung blieb er zunächst in Herxheim, übernahm aber auch buchhalterische Aufgaben für den Verband in Speyer.

Kurzzeitig war er Verwaltungsleiter des Altenzentrums St. Matthias in Schifferstadt und ging von dort aus zurück nach Herxheim, bis 1982 ein "Hilferuf" aus Neustadt kam: Nachdem das dortige Altenheim aus dem Eigentum der Kirchengemeinde St. Josef in die Betriebsträgerschaft des Caritasverbandes überging, brauchte der neue Heimleiter einen Buchhalter. Seine Wahl fiel auf Ernst Ohmer.

Noch im selben Jahr wurde er - für ihn selbst sehr überraschend - Leiter in Neustadt. Sein vorrangiger Auftrag lautete, bauliche Missstände zu beseitigen. "Ich liebte den alten Kasten", sagt er mit voller Überzeugung. Doch der Zahn der Zeit hatte an dem 1946 errichteten Gebäude genagt. Es war zu klein, um wirtschaftlich geführt zu werden, es gab Einbrüche bei der Belegung. Doch die Grundstücksfrage gestaltete sich schwierig, ein Neubau zog sich lange hin. Dann aber tat sich das Grundstück in der Konrad-Adenauer-Straße auf, und 2001 endlich fand der Umzug statt.

Heute hat das Haus 75 Plätze, darunter sechs Doppelzimmer; hinzu kommen zehn teilstationäre Platze und 15 betreute Wohnungen. Menschen aus dem Stadtteil können zum Mittagessen kommen. "Wir lieben unsere Einrichtung", sagt Ohmer begeistert - und bezieht seine "tolle Mannschaft" in alles, ein. Seine Mitarbeiter bezeichnet er als "kritisch, aber verlässlich und zupackend". Pläne für eine Erweiterung um weitere 20 Plätze hat er zwar auch, und Baugrund dafür wäre vorhanden - "aber vielleicht sollte ich auch noch etwas für einen Nachfolger übrig lassen", überlegt er lachend.

Auch so hat der Einrichtungsleiter viel zu tun. Der Stadtrat und Sportbegeisterte bezeichnet sich selbst als "Netzwerker" und verweist auf die direkten Nachbarn auf der "Sozialmeile Konrad-Adenauer-Straße", zu denen er vielfältige Kontakte pflegt. Da sind die Kirchengemeinde zu nennen, aber auch die Schulen und Kitas. Sozial engagiert ist er von Jugend an, hat Hilfstransporte nach Polen und nach Italien in ein Erdbebengebiet begleitet. Besonders stolz ist er in Neustadt auf die Errichtung des Obdachlosentreffs Lichtblick, die er maßgeblich initiiert hat - die aber ebenfalls nur möglich geworden sei durch ein "ganz starkes Netz aller, die im Sozialbereich tätig sind".

Ohmer pflegt auch engen Kontakt zu seinen Bewohnern. Viele von ihnen kennt er schon lange, aus der Kirchengemeinde oder dem Stadtteil, oder weil ihre Eltern vor vielen Jahren selbst schon Bewohner waren. Und so ist er mit ihnen vertraut, kennt ihre Eigenheiten, ihre Vergangenheit und Details ihres Lebens. Er sagt: "Die Biografie eines Menschen ist wichtig in der Altenarbeit und sehr spannend. Wenn man sie kennt, erleichtert das die Aufnahme und Integration oder lässt einen erkennen, was geht und was nicht."

Im nächsten Jahr besteht das Altenheim St. Ulrich 70 Jahre, und Ernst Ohmer wird 60. Beides wird groß gefeiert, verspricht er.

Text und Foto: Caritasverband für die Diözese Speyer/Brigitte Deiters

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