URL: www.st-ulrich-cbs-speyer.de/aktuelles/presse/mit-grossem-willen-und-starker-motivation-zur-jahrgangsbesten-fce998f9-e008-4832
Stand: 10.06.2016

Pressemitteilung

Mit großem Willen und starker Motivation zur Jahrgangsbesten

Sabine Schanz, Jennifer Gräf und Regina GreinerPraxisanleiterin Sabine Schanz (links) begleitete Jennifer Gräf (Mitte) intensiv während der Ausbildung. Und Einrichtungsleiterin Regina Greiner war vom Willen und der Motivation der jungen Frau überzeugt. Brigitte Deiters / Caritasverband Speyer

"Herzerfrischend!" Diese Beschreibung fällt Sabine Schanz, Praxisanleiterin im Caritas-Altenzentrum St. Ulrich in Neustadt, ein, wenn sie von ihrer Mitarbeiterin Jennifer Gräf spricht. Denn die junge 32-jährige Frau strahlt scheinbar immer. Und das kommt im Kollegenkreis wie auch bei den Bewohnerinnen und Bewohnern gleichermaßen gut an.

Doch das war nicht von Anfang an so. Jennifer Gräf stammt aus Uganda, ist dunkelhäutig und sprach anfangs nur schlecht Deutsch. Dennoch wagten Sabine Schanz und Einrichtungsleiterin Regina Greiner - die vor drei Jahren noch Pflegedienstleiterin war -, sie zur Altenpflegerin auszubilden. Diese Ausbildung hat sie jetzt abgeschlossen. Im praktischen Teil war sie mit der Note 1 sogar Jahrgangsbeste.

Im März 2015 kam die Uganderin nach Deutschland. Ihre Ehe wurde geschieden. "Ich wollte unbedingt einen Beruf lernen. Alten- oder Krankenpflege war meine erste Priorität. Das ist meine Berufung", strahlt sie. "Es ist für mich eine Lebensaufgabe, Menschen zu helfen, die Hilfe brauchen", erklärt sie begeistert.

Jennifer Gräf startete zwei Initiativbewerbungen. In St. Ulrich wollte sie unbedingt bleiben: "Ich wurde hier sehr freundlich aufgenommen, Frau Schanz hat ein tolles Gespräch mit mir geführt", erinnert sie sich. "Wir fanden ihre Bewerbung sehr überzeugend, da waren ein ganz großer Wille und eine starke Motivation spürbar", erzählt Sabine Schanz. Gemeinsam machte sie sich mit der künftigen Auszubildenden auf den Weg zur Caritas-Altenpflegeschule und ebnete ihr dort den Weg. Auch zu Behördengängen begleitete sie sie. Schließlich waren auch Fragen von Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung zu klären.

Was folgte, war eine anstrengende Zeit für beide Frauen: Die Praxisanleiterin investierte viel Zeit in ihre Auszubildende. Sie half ihr beim Lernen, vor allem wenn es Sprachschwierigkeiten gab. Und die waren groß: "Ich war drei Jahre lang am Lernen", sagt Jennifer Gräf. Sabine Schanz organisierte unter anderem ein Lehrbuch in einfacher Sprache, und so begannen die beiden, zusammen zu lernen.

Aber die Sprache war nicht die einzige Schwierigkeit, die es zu meistern galt. Freimütig geben beide zu, dass auch kulturelle Unterschiede manchmal das Miteinander erschwerten. "Jennifer tickt anders als Pfälzer", sagt Sabine Schanz - und kann jetzt darüber lachen. "Obwohl alle Kollegen vorher informiert waren, kam es zu Irritationen - auch bei den Bewohnern, die zum Teil eine dunkelhäutige Pflegekraft ablehnten." Doch das habe sich total verändert - unter anderem dank der Herzlichkeit der jungen Frau, ihrer Tatkraft und ihrer großen Hilfsbereitschaft.

"Wir haben hier einige Auszubildende mit Migrationshintergrund", erklärt Regina Greiner. "Das ergibt sich einfach aus der gesellschaftlichen Entwicklung. Insgesamt ist unsere Mitarbeiterschaft multikulti." Und auch die Bewohnerschaft entwickle sich in diese Richtung und werde bunter. "Das bedeutet eben, dass wir in unsere Auszubildenden viel investieren müssen", fügt sie an.

Bei Jennifer Gräf hat es sich gelohnt. Seit 1. August ist sie als examinierte Altenpflegerin angestellt. Und sie will sich weiter entwickeln: "Erst einmal sammle ich viele Erfahrungen. Und dann möchte ich weiter lernen: Entweder Palliativpflege, Intensivpflege oder Praxisanleitung", so ihre Vorstellung von ihrer Zukunft.

Dabei bleibt immer noch Zeit für ihre Hobbys, beispielsweise Schwimmen und Tanzen. "Ich tanze gerne mit Menschen - auch hier mit unseren Bewohnern. Das macht ihnen und mir Spaß", erzählt sie lachend. Herzerfrischend eben.

Text und Foto: Brigitte Deiters für den Caritasverband für die Diözese Speyer

Copyright: © caritas  2019